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Dinosaur Provincial Park, Alberta: die weltweit ergiebigste Fundstätte für Fossilienjäger

Autor: Lynn Martel

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Als ich den glänzenden, mondsichelförmigen Gegenstand in die Hand nahm, konnte ich einen kurzen Aufschrei nicht unterdrücken. Ich befand mich inmitten einer surrealen Landschaft, deren ausgedörrter, klumpiger Boden unter meinen Füßen knirschte wie Popcorn. Im Gestrüpp zwischen den Felsbrocken und Knochenfragmenten, die hier überall auf dem sandigen Gelände verstreut liegen, war mir ein gelb-braun geflecktes, etwa 2,5 cm langes gebogenes Objekt ins Auge gefallen. Als ich es aufhob, entfuhr mir wie gesagt ein kleiner Aufschrei: Der Gegenstand in meiner Hand konnte nur ein Zahn sein! Wie sich bald herausstellen würde, handelte es sich um den 75 Millionen Jahre alten Zahn eines Tyrannosaurus.

So aufregend der Fund für mich auch gewesen ist – ich habe bei Weitem nicht den ersten Dinosaurierzahn im Dinosaur Provincial Park von Alberta entdeckt. Der 80 Quadratkilometer große Provinzpark, der sich auch 27 Kilometer am Ufer des Red Deer River entlangzieht, gilt als ergiebigste Fundstätte für Dinosaurierfossilien weltweit. 

Ergiebigste Fundstätte für Dinosaurierfossilien weltweit

Begonnen hat alles im Jahr 1889, als der Landvermesser Thomas C. Weston von der Geological Survey of Canada zufällig auf das Fossil eines Albertosaurus stieß – ein kleinerer Verwandter des berühmten T-Rex. Seitdem wurden im Dinosaur Provincial Park schon 400 Dinosaurierskelette entdeckt, die von 55 unterschiedlichen Arten stammen. Kein anderes Gebiet der Erde kann auf vergleichbarem Raum eine derart große Konzentration und Vielfalt an Dinosaurierfossilien vorweisen. 

Der 1955 gegründete Dinosaur Provincial Park liegt 235 Kilometer südöstlich von Calgary und umfasst sowohl privates als auch staatliches Land. 1979 wurde er aufgrund seiner außergewöhnlichen Anzahl und Vielfalt an Fossilien von Dinosauriern und anderen Wirbeltieren in das UNESCO-Welterbe aufgenommen. 

Comfort Camping

Mit knapp 200 Stellplätzen für Zelte und Wohnmobile sowie Duschen, Waschmaschinen und dem Cretaceous Café ist der Dinosaur Provincial Park ein ideales Familienziel. Daneben gibt es auch sogenannte „Comfort Camping“-Angebote: robuste Segeltuchzelte mit echten Betten, Kopfkissen und Decken, Privatterrasse, Stromanschluss, Küchenzubehör und Gasgrill. 

Das Besucherzentrum, das auch als Außenzweigstelle des Royal Tyrrell Museum im 176 Kilometer weiter nordwestlich gelegenen Drumheller fungiert, zeigt informative Ausstellungen und betreibt einen Souvenir-Shop. Wie ein Großteil des Parks auch ist es barrierefrei zugänglich. 

Perfekte Konservierung

Die größte Attraktion im Dinosaur Provincial Park liegt aber in der Erde. Bei der „Fossil Prospecting“-Wanderung erläuterte uns unser kompetenter Guide David, dass hier vor 75 Millionen Jahren gegen Ende der Kreidezeit unzählige Dinosaurier durch die Badlands von Alberta gestreift sind. Im subtropischen Klima gediehen damals üppige Wälder, in denen sich mächtige Ströme ihren Weg zu einem östlich gelegenen warmen Binnenmeer bahnten. Zu den hier beheimateten großen und kleinen Tierarten zählten Haie, Schildkröten und Krokodile. Am Himmel zogen Reptilien ihre Kreise, deren Flügelspannbreite größer war als die eines Kleinflugzeugs. 

Die gewaltigen Flüsse ließen Sand- und Schlammbetten zurück, in denen die Dinosaurierknochen schnell versanken und fossilierten – die Grundlage der heutigen Hügel und Hoodoos der Badlands. Nach dem Ende der letzten Eiszeit vor 13.000 Jahren höhlte das Schmelzwasser das heutige Tal des Red Deer River aus und schuf damit beste Voraussetzungen für die Konservierung der Fossilien. 

Heute tragen Regen und Abflüsse der Präriebäche jedes Jahr einen Zentimeter der Badlands ab und legen so ständig neue Fossilien frei. Fünf Prozent aller bekannten Dinosaurier weltweit wurden im Dinosaur Provincial Park entdeckt – und viele weitere werden noch folgen. 

Der Paläontologe Phil Currie von der University of Alberta sucht seit 40 Jahren im Dinosaur Provincial Park nach Dinosaurierfossilien und ist heute nach eigener Aussage begeisterter von seiner Arbeit denn je. 

„Es gibt hier so viel zu entdecken“, so Currie. „Dies ist wirklich ein ganz besonderer Ort. Wer sich einmal näher damit beschäftigt hat, möchte nie mehr weg.“

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