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WO EINST DIE BÜFFEL SPRANGEN

Autor: Travel Alberta

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Zwischen den hohen Gräsern am Fuß des Büffelsprungplatzes Head-Smashed-In Buffalo Jump im Süden von Alberta schließe ich die Augen und stelle mir vor, wie eine riesige Büffelherde herandonnert. Die Hufe der Tiere wirbeln eine gewaltige Staubwolke auf und lassen die Erde im weiten Umkreis erbeben. Die Panik der Tiere, die von den Blackfoot zum Rand der Klippe getrieben werden, ist förmlich mit den Händen zu greifen. Dann passiert es: Dreihundert Kolosse stürzen über den Felsrand in den Tod.

UNESCO-Welterbestätte

Ich bin zum ersten Mal an dieser UNESCO-Welterbestätte ca. zwei Stunden südlich von Calgary. Ich hatte schon vorher gelesen, dass der Head-Smashed-In einer der ältesten, größten und am besten erhaltenen Büffelsprungplätze der Welt ist – aber ich hatte keine Vorstellung davon, was das bedeutet. Bei meinem Rundgang am Fuß der Klippen (einem von vielen Büffelsprungplätzen oder Pis’kun, die von den First Nations fast 6.000 Jahre lang genutzt wurden) fällt mir zuallererst auf, wie niedrig die Klippen sind. Wie konnte ein kurzer Sturz so viele Büffel töten? Im Interpretive Centre würde ich auf diese Frage hoffentlich eine Antwort erhalten.

Head-Smashed-In Interpretive Centre

Um zum Kern dieser Angelegenheit zu gelangen, musste ich tiefer in das Felsgestein eindringen – buchstäblich. Das preisgekrönte Interpretive Centre am Head-Smashed-In Buffalo Jump ist direkt in einen unmittelbar südlich vom Büffelsprungplatz gelegenen Klippenabschnitt gebaut. Anhand von archäologischen Entdeckungen, historischen Aufzeichnungen, HD-Videos und faszinierenden Geschichten über den Stamm der Blackfoot vermittelt das siebenstöckige Museum eine anschauliche und informative Einführung zu dieser uralten Jagdstätte.

Ich konnte die Ausstellung in fachkundiger Begleitung von Stan erkunden, einem Angehörigen vom Clan der Piegan (einem Blackfoot-Stamm). Mithilfe seiner Erläuterungen und einer Schautafel am oberen Rand der Klippe fand ich die Antwort darauf, warum der Abhang so niedrig ist: Im Laufe der Zeit wurde die Klippe – die zuletzt im 19. Jahrhundert als Sprungplatz genutzt wurde – durch Erosion abgetragen, sodass sich Erde und Vegetation an ihrem Fuß angesammelt haben.

Archäologen haben Knochen und Werkzeuge in einer Tiefe von mehr als 10 Metern unter der Erdoberfläche gefunden, was darauf hindeutet, dass der Abhang früher doppelt so hoch war wie heute. Wenn es den Blackfoot gelang, die Büffel bis an den Rand der Klippe zu treiben, hatten die Tiere keine Chance.

In den Fußstapfen der Blackfoot

Es erfordert nicht viel Fantasie, sich hier in einen Blackfoot-Büffeljäger hineinzuversetzen. Den ganzen Sommer über werden vom Interpretive Centre vierstündige Wanderungen zu den alten Jagdgründen angeboten. Ich habe mir vorgenommen, bei meinem nächsten Besuch an einer solchen Wanderung teilzunehmen, um mir genauer anzusehen, wo und wie die Büffeljäger auf die Pirsch gegangen sind. Während ich den Trommlern und Tänzern auf der Plaza bei ihrer Darbietung zusah, spürte ich den Schlag der Trommeln in meinem Brustkorb. Je schneller der Rhythmus wurde, desto mehr verschwammen der aufwändige Kopfschmuck und die traditionellen Kostüme der Reifentänzer zu einem bunten Farbenwirbel.

Nach meinem Besuch im Interpretive Centre kehrte ich noch ein letztes Mal an den Rand der Klippe zurück. Zu meinen Füßen breitete sich ein unvergesslicher Ausblick über die grün und golden leuchtende Prärie aus. Diese UNESCO-Welterbestätte bewahrt nicht nur die unter der Erde ruhenden Knochen, sondern auch die mit dem Head-Smashed-In Buffalo Jump verbundenen Geschichten und Legenden, von denen ich noch längst nicht alle entdeckt habe.

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