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FORT CALGARY: SPAZIERGANG DURCH DIE GESCHICHTE

Autor: Mike Fisher

Mike ist ein preisgekrönter Schriftsteller in Calgary, der Hunde mag, niemals zweimal nachdenkt, den Elefanten im Porzellanladen kitzelt und nur eines hasst: Langeweile. Er schreibt so gern über Alberta, weil hier hinter jede Ecke eine wunderbare Geschichte lauert.

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Ian Holmes @irrationalcarny

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Vor dem Eingang zu der gut 16 Hektar großen Anlage am Fort Calgary treffen wir auf den Mann, der dem Fort ein Jahr nach der Errichtung im Jahr 1875 seinen Namen gegeben hat. Die Reiterstatue von Colonel James Alexander Farquharson Macleod hat den Blick fest auf die Bürotürme aus Stahl und Glas gerichtet, die das Zentrum von Calgary dominieren. Es sieht fast so aus, als würde er aus der Vergangenheit in die Zukunft blicken.

Die kanadische Bundesregierung gründete im Jahr 1874 die North West Mounted Police, um im Wilden Westen der jungen Nation für Recht und Ordnung zu sorgen. Ziel war es vor allem, gegen den illegalen Whisky-Handel vorzugehen und zu einer freundschaftlichen Einigung mit den einheimischen First Nations zu gelangen, damit die Siedler in Frieden kommen konnten. Von dem kleinen hölzernen Fort, das die NWMP am Zusammenfluss von Bow River und Elbow River errichtete, hatte die Besatzung jeden im Blick, der sich über das Wasser näherte.

Mit Demut und Ehrfurcht denken wir an die Männer zurück, die ihr Leben hier vor so langer Zeit in den Dienst des Gesetzes gestellt haben. Sie führten ein hartes Leben ohne Komfort oder Annehmlichkeiten. Eine Mahlzeit aus Wild, das sie zuvor mit einem Feldgewehr erlegt hatten, war für viele wahrscheinlich der Höhepunkt der Woche. Das Fort, das als isolierter Außenposten der Regionalregierung begann, von nur einer Handvoll Männer gehalten wurde und heute als National Historic Site ausgewiesen ist, markiert die Geburtsstätte einer boomenden Millionenstadt.

Der in Schottland geborene Colonel Macleod benannte das ursprünglich Bow Fort genannte Fort 1876 offiziell in Fort Calgary um – in Anlehnung an ein Schloss an der Calgary Bay auf der schottischen Insel Mull. Colonel Macleod stand der North West Mounted Police von 1876 bis 1880 vor. 1920 wurde die NWMP in die Dominion Police eingegliedert und letztlich unter der Bezeichnung Royal Canadian Mounted Police (RCMP) bekannt.

Spartanischer Alltag der ersten Mounties

Die rote Paradeuniform der RCMP und der flachkrempige Stetson gelten als Symbole für Frieden und Rechtschaffenheit. Viele Kanadier nennen die Mitglieder der RCMP heute einfach Mounties.

Beim Spaziergang über die Anlage erfuhren meine Frau, unsere beiden Nichten im Teenager-Alter und ich mehr über die Geschichte der Mounties und darüber, wie sich das Leben in Calgary über die letzten knapp 150 Jahre verändert hat. Die ausgiebige Erkundung der 1888 errichteten Baracken und des Museums mit Ausstellungen, interaktiven Spielen und audiovisuellen Präsentationen dauerte 45 Minuten.

Einer der ersten Ausstellungsbereiche zeigte das spärlich eingerichtete Quartier eines Constables. Es enthielt eine Holzkiste für Munition (Snider-Gewehre im Kaliber 5,77 mm), ein Bett mit einer Pelzdecke, schwarze Lederstiefel und ein braunes Revolverholster aus Leder an der Wand. Auf einem kleinen Tisch lag ein Paket Spielkarten. Mit Dankbarkeit dachten wir an die Männer zurück, die unter solch spartanischen Bedingungen gelebt haben, damit so viele andere Menschen in der wachsenden Stadt Fuß fassen konnten.

Zugverbindungen

Als die Canadian Pacific Railway in den 1880er Jahren ihr Streckennetz ausbaute, gab es bereits Zugverbindungen zwischen Calgary und anderen Präriestädten. Zu unseren Lieblingsexponaten der Ausstellung gehörte das Güterwagen-Büro der Canadian Pacific Railway. An dem kurzen Gleisabschnitt war zu hören, wie die Bahnhofsglocke läutete, der Zug ein Pfeifsignal gab und dann rumpelnd den Bahnhof verließ.

Zum Abschluss unseres Besuchs gönnten wir uns im Restaurant des Museums den beliebten großen Familien-Brunch. Während sich die Mädchen ihren French Toast mit Obst und Schlagsahne schmecken ließen, sinnierten sie darüber, dass es die Männer, die das Fort an der Geburtsstätte des heutigen Calgary errichtet haben, nie so gut hatten wie sie.

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