DIE ARCHITEKTONISCHEN MEISTERWERKE IM SÜDEN ALBERTAS

Autor: Travel Alberta

Main image

  • Thumbnail
  • Thumbnail

Das weltweit höchste Tipi ragt mit sage und schreibe 65 Metern über dem TransCanada Highway (Highway 1) empor und heißt mich an der Einfahrt zur Stadt Medicine Hat willkommen. Unter diesem Monster einer Stahlkonstruktion fühle ich mich etwas zwergenhaft, doch mit dem Kopf im Nacken versuche ich, die Abbildungen auf den Scheiben zu deuten, die von der Kultur und Geschichte der einheimischen First Nations erzählen. Das Werk wurde 1988 im Rahmen der Olympischen Winterspiele zu Ehren der indigenen Bevölkerung Kanadas errichtet. Es erhielt den Namen „Saamis“, was in der Sprache der Blackfoot die Kopfbedeckung – oder den Hut – eines Medizinmannes bezeichnet. Ich bin dahintergekommen, dass der Süden Albertas seine Geschichte vornehmlich über die Architektur und Antiquitäten ausdrückt.

Medalta

Mit den riesigen Brennöfen, wegen ihrer Ähnlichkeit mit Bienenstöcken „beehive kilns“ genannt, wird seit mehr als 100 Jahren Tonkeramik hergestellt. Die Medicine Hat Clay Industries von Medalta sind immer noch aktiv und als National Historic Site gelistet. Diese Branche konnte sich in Alberta als eine der ersten etablieren. Die Keramik von Medalta schmückt Regale in der ganzen Welt. Heute ist die Fabrik auch ein Museum, wo hier ansässige Künstler moderne Werke erschaffen und die Brennöfen so erfreulicherweise weiterhin im Einsatz bleiben können.

Brooks Aqueduct

In der Nähe von Brooks findet ihr ein etwas anderes, nahezu außerirdisch anmutendes Bauwerk vor. Es handelt sich um ein etwa 20 Meter hohes Aquädukt aus Beton, das sich seinen Weg durch die Landschaft bahnt. Zu seiner Zeit galt das Brooks Aqueduct als Meisterwerk der Technik. Es wurde 1914 von der CPR als Teil eines umfassenden Bewässerungssystems in der Prärie fertiggestellt und wird heute als National und Provincial Historic Site honoriert. Der Bau, der die Bauern einst mit dieser lebenswichtigen Flüssigkeit versorgte, erinnert heute an den Erfindungsreichtum vergangener Zeiten. Ich denke nicht, dass ihr etwas Ähnliches zuvor schon einmal gesehen habt.

High Level Bridge

Ein weiteres Wunder an Ingenieurskunst ist die High Level Bridge in Lethbridge – mein persönlicher Favorit. Diese aufwendig gestaltete Stahlbrücke erhebt sich 95,7 Meter über dem Oldman River und ist mit seinen 1,6 Kilometern Länge die weltweit längste und höchste Gerüstbrücke, die nach wie vor in Verwendung ist. Allen Naturgesetzen wird hier eindeutig die Stirn geboten. Ich konnte es kaum fassen, als ich beobachtete, wie ein Zug über diese Vorrichtung tuckerte – mehr als 100 Jahre nach dem Bau der Brücke! Nehmt unbedingt eure Kamera mit, denn unter der Brücke zu stehen und nach oben zu fotografieren, ist ein weiteres unvergessliches Erlebnis.

Atlas Coal Mine

Diese großartigen Bauten sind ob ihres Einfallsreichtums wirklich jede Bewunderung wert. Dann gibt es aber auch ein etwas bescheideneres Gebäude, das mich vor allem wegen seiner Geschichte fasziniert. Diese alte Entladevorrichtung aus Holz befindet sich an einem ehemaligen Kohlebergwerk, der Atlas Coal Mine. Sie ist heute eine der letzten ihrer Art und in Kanada als National Historic Site gelistet. Im Rahmen einer Tour bestieg ich die Förderanlage und erfuhr zu meinem Erstaunen, dass die Kohle von Jungen sortiert und gesäubert wurde, die gerade mal 15 Jahre alt waren. Man kann sich gut vorstellen, wie der Kohlenstaub und -ruß hier einst in der Luft herumwirbelte. Ganz oben auf der Anlage bietet sich mir ein atemberaubender Ausblick auf die Badlands unter mir. Ich verlasse diesen Ort mit einem Gefühl des Respekts vor den Tausenden von Arbeitern, die an dieser Stelle für ihr Lebensglück schufteten.

Beliebte Aktivitäten
  • Indigene V.Anvlker
  • Selbstfahrertour
Anbieter