Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen noch bessere Online-Services zu bieten. Indem Sie die Website nutzen oder diese Meldung schließen, erklären Sie sich mit unserer Cookie-Richtlinie einverstanden. Hier finden Sie weitere Informationen.
DE
  • AU
  • CA
  • CN
  • DE
  • JP
  • KR
  • NL
  • UK
  • US
  • MX

AUF ENTDECKUNGSTOUR IM ROYAL TYRRELL MUSEUM

Autor: Megan Kopp

Auch nach Hunderten Artikeln über ihre abenteuerlichen Reisen durch unsere Provinz ist Megan immer noch eine begeisterte Chronistin der Landschaften Albertas. Bevor sie zur freiberuflichen Journalistin umsattelte, erklärte sie Besuchern die Wunder unserer Nationalparks.

Website

Main image

  • Thumbnail
  • Thumbnail
  • Thumbnail

Der dreijährige Junge rannte so schnell über den Parkplatz, wie ihn seine kleinen Beine tragen konnten, und ignorierte dabei völlig die vier Erwachsenen, die seinen Namen riefen. Sein Vater setzte ihm sofort in vollem Tempo nach, doch dann kamen beide mit einem Mal zum Stehen.

„Das ist ein Dinosaurier!“

Der Besuch des im Herzen der Badlands von Alberta gelegenen Royal Tyrrell Museum of Palaeontology mit meiner Nichte und ihrer jungen Familie schien schon jetzt ein Abenteuer der ganz besonderen Art zu werden – und dabei hatten wir noch nicht einmal die Eingangstüren passiert.

Eine Reise durch die Zeit

Das Royal Tyrrell Museum befindet sich in dem 135 Kilometer nordöstlich von Calgary gelegenen Midland Provincial Park ganz in der Nähe der Stadt Drumheller und ist ausschließlich dem Studium und der Ausstellung des prähistorischen Lebens gewidmet. Als ich einen Besuch des Museums vorschlug, hatte ich zwar eigentlich die Kinder der Familie im Sinn, aber im Grunde üben diese uralten Biester auf alle Altersklassen eine zeitlose Anziehungskraft aus. Der Vater war zum Beispiel hellauf begeistert von dem Gedanken, durch die Jahrtausende zu reisen und dabei von Hunderten Fossilien und Dutzenden vollständigen Rekonstruktionen umgeben zu sein.

Auf dem Weg zu den Herrschern des Landes

Im Inneren gingen wir schnell an den riesigen Sichtfenstern vorbei, durch die man einen Blick in das Vorbereitungslabor werfen kann. Wenn man nicht gerade ein energiegeladenes Kleinkind im Schlepptau hat, kann man den Technikern hier dabei zusehen, wie sie das umgebende Gestein entfernen, um die Fossilien freizulegen. Das Royal Tyrrell Museum sammelt aktiv Proben für Forschungszwecke. Jedes Jahr werden neue Fossilien in dem nahegelegenen Dinosaur Provincial Park gefunden, in dem das Museum eine Feldstation betreibt. Die Badlands von Alberta sind einer der weltweit ergiebigsten Fundorte von Dinosaurierfossilien.

Aber die Werkzeuge und eingeschlossenen Fossilien, die unberührt auf den Arbeitstischen lagen, waren natürlich nicht genug, um in der heutigen Zeit die Aufmerksamkeit eines Vorschulkindes zu fesseln. Daher begaben wir uns zur Ausstellung „Herrscher des Landes“. „Black Beauty“ – ein seltener geschwärzter Schädel eines Tyrannosaurus Rex – fiel dem Vater sofort ins Auge. Er blieb stehen, um sich die informativen Texte durchzulesen. Ich folgte in der Zwischenzeit dem Kleinen, der von einem Fossil zum nächsten rannte, fast wie eine Biene, die von Blume zu Blume fliegt.

Die große Entdeckung

Im Jahr 1884 war Joseph Burr Tyrrell als Geologe für den staatlichen geologischen Dienst von Kanada tätig. Tyrrell und sein Team waren im Red Deer River Valley auf der Suche nach Kohle, als sie auf einen 70 Millionen Jahre alten Dinosaurierschädel stießen. Es war der erste Albertosaurus – was so viel bedeutet, wie fleischfressende Echse aus Alberta –, der jemals gefunden wurde. Dies sprach sich schnell herum und schon bald war Alberta für seinen Fossilienreichtum bekannt. Paläontologen aus ganz Kanada und den Vereinigten Staaten strömten in den Jahren von 1910 bis 1917 in die Region. Später sollte dieser Zeitraum unter dem Namen „Der große Dinosaurierrausch“ in die Geschichtsbücher eingehen.

Das Tyrrell Museum of Palaeontology wurde im Jahr 1985 als Forschungs- und Wissenschaftszentrum eröffnet. Im Laufe der Zeit änderten sich jedoch die Pläne und es kamen eine öffentliche Galerie und ein Ausstellungsbereich hinzu. Allein im ersten Jahr wurden mehr als eine halbe Million Besucher gezählt. Fünf Jahre später wurde dem Museum das Prädikat „Royal“ (Königlich) verliehen und es wurde aufgrund der hiesigen Bildungsprogramme, der Ausstellungen und seines Engagements für die Wissenschaft der Paläontologie schnell weltweit bekannt.

Mehr als nur Knochengestelle

Als wir schließlich die Dinosaur Hall erreichen, sehe ich, wie der Kleine nach der Hand seines Vaters greift. Gemeinsam gehen sie langsam durch die Ausstellung und schauen ehrfürchtig auf die Dinosaurierskelette und lebensechten Nachbildungen. Triceratops. Tyrannosaurus Rex. Sie staunen über die Schnabeltiere sowie die Eier, Babys, Jungtiere und erwachsenen Tiere, die hier zu sehen sind. Jedes Detail der über 30 Dinosaurier-Ausstellungsstücke – die sich aus Skeletten und lebensecht nachempfundenen Dinosauriern zusammensetzen – wird förmlich aufgesogen. Die unbändige Energie des Kleinen scheint für den Moment gebannt. Es liegt eine ganz besondere Stimmung in der Luft.

Bis auf einmal Folgendes zu hören ist: „Ich habe Hunger.“

Während wir auf der Suche nach dem nächsten Café durch den feuchten und saftig grünen Cretaceous Garden, die Mammal Hall und die Eiszeit-Ausstellung eilen, schwatzen wir auch wieder. Das nächste Mal werden wir unseren Museumsbesuch auf zwei Tage ausweiten. Wenn der Junge etwas älter ist, haben wir außerdem vor, auch im Winter einmal vorbeizukommen, um eine Nacht bei den Dinosauriern zu verbringen. Wir könnten natürlich auch im Sommer bei einer Ausgrabung mitmachen oder ... ach, hier gibt es so viel zum Thema Dinosaurier zu entdecken, dass die Zeit wohl nie ausreichen wird.

Beliebte Aktivitäten
  • Auf den Spuren der Dinosaurier
Anbieter