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PRINCE OF WALES HOTEL: ÜBERNACHTUNG MIT KÖNIGLICHER AUSSICHT

Autor: Mike Fisher

Mike ist ein preisgekrönter Schriftsteller in Calgary, der Hunde mag, niemals zweimal nachdenkt, den Elefanten im Porzellanladen kitzelt und nur eines hasst: Langeweile. Er schreibt so gern über Alberta, weil hier hinter jede Ecke eine wunderbare Geschichte lauert.

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Emanuel Smedbol @emanuelsmedbol

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Wir sitzen im majestätischen Prince of Wales Hotel, das sich auf einem abgelegenen Hügel über dem Upper Waterton Lake erhebt, nippen an unserem Nachmittagstee und fühlen uns wie Könige. Die im roten Schottenkilt gekleidete Bedienung bringt uns ein weiteres Kännchen Earl Grey zu unseren Scones, Gurken-Sandwiches und mit Schokolade überzogenen Erdbeeren. Durch die riesigen Glasfenster haben wir einen herrlichen Panoramablick: die Kanadischen Rocky Mountains erheben sich am Seeufer und zwei Möwen lassen sich im Wind treiben.

Plötzlich bricht die Sonne zwischen den dichten Wolken hervor, und der dunkle See wird in ein helles Licht getaucht. Nicht weit vom Ufer bahnt sich ein Tourboot seinen Weg durch das Wasser, und Windsurfer reiten auf den weiß gekrönten Wellen. Der Waterton Lakes National Park in der südwestlichen Ecke von Alberta geht nahtlos in den Glacier National Park im US-Bundesstaat Montana über und begeistert mit sagenhaften Ausblicken. Dieses siebenstöckige Hotel, das 1927 eröffnet wurde und inzwischen als National Historic Site geschützt ist, bietet eindeutig einen der besten Ausblicke.

Ehrwürdiges Hotel auf windgepeitschtem Hügel

Wir waren schon öfter im Park und haben ihn bei unseren Wanderungen, Bootsausflügen, Kajakfahrten, Radtouren, Spaziergängen und Tierbeobachtungen aus den verschiedensten Perspektiven kennengelernt. Das Hotel, das hoch über dem See und der Ortschaft Waterton auf einem Felsen thront, ist ein vielfach fotografiertes Wahrzeichen, das von fast überall aus zu sehen ist. Das war einer der Gründe, warum wir bei unserem ersten Wochenendausflug im Park unbedingt hier vorbeischauen wollten.

Mit seinen 86 Zimmern ist das Hotel das ideale Standquartier für Wildnisabenteuer im Park. Daneben fasziniert Geschichtsfreunde wie uns aber vor allem die geschichtsträchtige Vergangenheit des Gebäudes. Auch der traditionelle Afternoon Tea ist ein netter Gruß an das britische Mutterland. Das nach dem beliebten Prince of Wales benannte Hotel wurde im Goldenen Zeitalter der nordamerikanischen Eisenbahnen erbaut.

Als wir uns nach dem Tee vor die Tür wagten, riss uns der starke Wind fast um, sodass wir lachend die Arme ausbreiteten und beinahe abhoben wie die Möwen. Während der Bauphase des Hotels wehten die Winde mit einer solchen Orkanstärke, dass das Haus leicht aus seinem Fundament verrutschte. Kräftige Stahlseile, die durch das ganze Hotel gespannt und im Felsen verankert wurden, sorgen nun dafür, dass das Hotel selbst den stärksten Sturmböen standhalten kann.

Outdoor-Abenteuer für jeden Geschmack

Die Great Northern Railway hat mehrere Hotels erbaut, die Schweizer Chalets nachempfunden sind. Das Prince of Wales Hotel war eines der letzten davon. Das Baumaterial für die hölzerne Wandverkleidung, die Spitzdächer und Giebel wurde teilweise von Maultieren an den jetzigen Standort transportiert. Die ersten Touristen kamen mit der Bahn, um vor Ort an Reitausflügen teilzunehmen und an Bord der auf 250 Passagiere ausgelegten M.V. International über den See zu fahren.

Damals wie heute stand das Prince of Wales Hotel für Luxus in den Bergen. Auch heute finden noch Bootstouren auf dem Upper Waterton Lake statt, und Veranstalter wie Alpine Stables organisieren Ausritte über Wildblumenwiesen und Waldpfade. Inmitten der schneebedeckten Berge, der rauschenden Bäche, der Blumenwiesen und der unberührten Natur, die die Heimat der Wapitihirsche, des Rotwilds und der Schwarzbären sind, liegt der Ort Waterton mit seiner urigen, von kleinen Lokalen und Geschäften gesäumten Hauptstraße.

An unserem letzten Nachmittag probierten wir einen der zahlreichen Wanderwege im Park aus, der am Bertha Falls Trailhead startet. Auf der mäßig anstrengenden 45-minütigen Strecke eröffneten sich immer wieder malerische Panoramablicke auf den See und das ehrwürdige Prince of Wales Hotel. Am Ziel angelangt, ließen wir uns zum perfekten Abschluss unserer Tour von der Gischt des Wasserfalls das Gesicht befeuchten – nur zweieinhalb Autostunden südlich von Calgary, aber gefühlte Lichtjahre von der Großstadt entfernt.

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