BEI DER LAC LA BICHE MISSION ÜBER DIE VERGANGENHEIT SINNIEREN

Autor: Heather Egger

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Die weißen Holzgebäude strahlten im Licht der Sonne und der hohe Turm der Kirche ragte in den blauen Himmel. Eine leichte Sommerbrise brachte das Laub zum Rascheln und trug das fröhliche Schreien von Kindern heran, die mit ihrem Kanadier am Strand anlegten. In einem Freilichtmuseum nur 15 Minuten von Lac La Biche entfernt, einer der ältesten Siedlungen Albertas, waren mein Mann und ich tief in die Lebensweise vergangener Zeiten versunken. Von hier nahmen wir uns die ältesten Geschichten der Provinz mit – Erzählungen von Frömmigkeit, vom Aufbau und Zerfall einer Gemeinde, von Herausforderungen und Errungenschaften.

Die lange Geschichte der Mission

Dieser als National Historic Site gelistete Ort befindet sich am südlichen Ufer des großen gleichnamigen Sees. Einst gab es hier im 18. Jahrhundert eine wichtige Handelsroute für Pelzhändler und Forschungsreisende. Wir besichtigten den Schlafsaal, die Kapelle und die Küche des Missionsgebäudes von 1894 und betrachteten die weiß-goldene Innenausschmückung der Missionskirche aus den 1920ern. Die Siedlerausstellung bot eine Fülle an Werkzeugen, die auf dem Gelände gefunden wurden und früher bei den Pionieren in Verwendung waren.

Kostümierte Guides erklärten uns die Hintergründe der Ausstellungsstücke und Architektur und schilderten uns die historische Bedeutung dieses Platzes als strategischer Knotenpunkt, religiöses Zentrum und Versorgungslager. Die Mission bekam aber auch eine Rolle als kulturelle Schnittstelle zwischen den Métis – den Nachfahren der Pelzhändler –, den europäischen und einheimischen Gemeinden, die am Pelzhandel beteiligt waren. Die Ausstellung bezeugt euch eine Reihe von Errungenschaften dieser Region. So verwendete die Mission die erste Druckpresse und rief den Handel mit Weizen ins Leben, indem es unter anderem auch die erste mit Wasser betriebene Mühle zur Weizenverarbeitung errichtete. Heute handelt es sich bei Letzterem um ein umgebautes Sägewerk.

Als sich zu Mittag der Hunger bemerkbar machte, war es einfach für uns, den idealen Picknickplatz im Schatten eines Baumes zu finden. Beim Schmausen lauschten wir dem friedlichen Plätschern des Sees und stellten uns vor, dass wir womöglich am selben Platz saßen wie vor vielen Jahren eine Siedlerfamilie.

Albertas einziger Provinzpark auf einer Insel

An diesem Abend kehrten wir zu unserem geruhsamen Campingplatz zurück, der sich zwischen die Bäume des Sir Winston Churchill Provincial Park verteilt – ein Inselerholungsgebiet nur etwa 20 Minuten von der Stadt entfernt. Wir spazierten die Wege durch den urwüchsigen Nadelwald entlang, der schon seit mehr als 100 Jahren nicht mehr vom Feuer heimgesucht wurde. Der Sonnenuntergang war nahezu kitschig, als wir in seinem rosafarbenen Schein gemeinsam mit zwei großen weißen Pelikanen durch das knietiefe Wasser wateten.

Kanu-Rundfahrt mit Landtransport im Lakeland

Bei diesem Trip stellte ich fest, dass es im Umkreis von nur 50 Kilometern um den Lac La Biche etwa 150 Seen gibt. Am besten werden diese natürlich vom Wasser aus erkundet, wofür sich die einzige Kanu-Rundfahrt Albertas durch unberührtes Hinterland anbietet. Die Rundtour ist 38 Kilometer lang, wobei ihr innerhalb von drei Tagen durch sieben größere Seen paddelt. Idealerweise stellt der Park Kanu-Handwägen für die Landüberbrückung zur Verfügung und es gibt Campingplätze.

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