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MIT DEM VOYAGEUR-KANU ZURÜCK IN DIE VERGANGENHEIT

Autor: Mike Fisher

Mike ist ein preisgekrönter Schriftsteller in Calgary, der Hunde mag, niemals zweimal nachdenkt, den Elefanten im Porzellanladen kitzelt und nur eines hasst: Langeweile. Er schreibt so gern über Alberta, weil hier hinter jede Ecke eine wunderbare Geschichte lauert.

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Kanuferien gehören zu den kanadischen Initiationsriten. Im frühen 17. Jahrhundert waren Pelzhändler die ersten, die die Flüsse und Seen in dem Gebiet erforschten und kartografierten, das heute unter dem Namen Kanadische Rocky Mountains bekannt ist.

Meine Frau und ich hatten dieses urkanadischste aller Geschichtsabenteuer schon lange auf unserer Wunschliste. Bei der 90-minütigen geführten Voyager Canoe Tour, die Banff Adventures mit Unterstützung des Banff Canoe Club anbietet, legen die Teilnehmer buchstäblich Hand an und paddeln zurück in die Vergangenheit.

Bevor wir uns an der Anlegestelle am Bow River einfanden, der nur wenige Minuten von der Banff Avenue entfernt ist, gönnten wir uns noch einen leckeren, typisch kanadischen Beaver Tail. Das frittierte Gebäck hat die Form eines Biberschwanzes (daher der Name) und wird mit verschiedenen heißen Belägen serviert – wir sagten uns, dass wir uns ja schließlich mit Energie versorgen mussten, und entschieden uns für Schoko und Banane.

Die Männer des Pelzhandels

Die frankokanadischen Voyageurs transportierten zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert Waren wie Decken und Mehl mit dem Kanu und tauschten sie gegen Pelze ein. Gebäck haben sie wohl nicht gegessen. Unterwegs erfuhren wir, dass sie sich mit Pemmikan (dünn geschnittenes Büffeldörrfleisch) die nötige Energie besorgten, um schwere Pelzballen zu wuchten und die Kanus an Stromschnellen vorbei über unebenes Gelände zu tragen.

Es waren die First Nations, die den Voyageurs zeigten, wie aus mit aus Birkenrinde überzogenem weißen Zedernholz leichte aber stabile Kanus hergestellt werden konnten.

Wir waren erstaunt, wie stabil unser geräumiges, 10,3 Meter langes und auf 14 Passagiere ausgelegtes Kanu war – eine Nachbildung der Kanus, mit denen die Voyageurs auf den Seen unterwegs waren. Für Fahrten auf Binnenflüssen wurde eine etwas kleinere Variante verwendet.

Unser Guide präsentierte sich in voller Voyageur-Montur: enge Hosen und darüber ein weites weißes Hemd, das oberhalb der Hüfte mit einem Gürtel befestigt wird. Diese Kleidung ermöglicht ausreichend Bewegungsfreiraum, um das Boot ohne Schwierigkeiten zu manövrieren. Wir waren ebenfalls bequem bekleidet, was im Hinblick auf unseren vorherigen Snack auch durchaus nicht verkehrt war.

Historischer Gruß

Unser Guide brachte uns den Voyageur-Gruß bei – Paddel hoch nach oben in die Luft – und gab uns Tipps zum sicheren Ein- und Aussteigen sowie zum Paddeln. Nachdem wir unser Boot auf den ruhigen Bow River gesteuert hatten, konnten wir uns perfekt in den Alltag dieser längst verschwundenen Männer zurückversetzen. Der Duft der Kiefern in der Sonne und das leise Rauschen des Wassers unter dem Bug des Kanus ließen unsere Unterhaltung schnell verstummen.

Unsere Ausrüstung bestand lediglich aus einer leichten Rettungsweste und einem Paddel, das wir immer wieder ins Wasser tauchten, während uns die Sonne das Gesicht wärmte. Dabei wurde uns auch bewusst, wie gut wir es gegenüber den Voyageurs hatten, die das ganze Jahr über widrigen Temperaturen trotzen und schwere Lasten schleppen mussten.

Auf Du und Du mit den Tieren der Rockies

Während unser Guide uns erläuterte, wie die Voyageurs auf ihren Handelsrouten über die Wasserwege navigierten und ein ganzes Netz von Handelsaußenposten im Westen Kanadas errichteten, erblickte immer wieder jemand einen Weißkopfseeadler am Ufer und machte die anderen Reiseteilnehmer mit einem Freudenruf darauf aufmerksam. Der anstrengendste Teil unserer Tour bestand eigentlich darin, uns den Hals nicht zu sehr zu verrenken während wir versuchten, uns kein Wildtier am Himmel und am Flussufer entgehen zu lassen.

Wir haben Fischadler auf dem Weg zu ihren Nestern, einige Weißkopfseeadler und ein paar Rothirsche am Ufer gesehen. Auf einem nahen Pfad waren auch Reiter unterwegs, deren Hufgeklapper zu uns auf dem Wasser herüberklang. Mit etwas Glück erhaschen Sie vom Kanu aus sogar einen Blick auf das kanadische Nationaltier, den Biber.

Auf seinem gewundenen Weg durch die Berge wechselt der Bow River seine Farbe von Blau- zu Grüntönen. Wir hatten viel Spaß auf unserer Wildniserkundung – auch wenn von den einstigen Bedrohungen nichts mehr zu spüren ist. Die Tour ist perfekt für Anfänger und Paddler mit leichten Vorkenntnissen geeignet, die den Banff National Park einmal aus einer anderen Perspektive betrachten und mehr über die Vergangenheit erfahren möchten.

Im nahen Kananaskis Country hat der Veranstalter Kananaskis Outfitters mit der Voyageur Canoe Experience eine ähnliche Tour im Angebot.

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