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Überraschend, kreativ, köstlich: Camrose für Genießer

Autor: John Gilchrist

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In ganz Alberta lässt sich derzeit ein besonderer kulinarischer Trend beobachten: die Entstehung erstklassiger Restaurants abseits der Großstädte. Bestes Beispiel dafür ist Camrose etwa eine Autostunde südöstlich von Edmonton. Die Stadt, unter deren 18.000 Einwohner sich auch zahlreiche Studenten aus dem ansässigen College mischen, ist ein wichtiges landwirtschaftliches Zentrum der Region und beeindruckt mit einer vielfältigen Gastroszene.

The Lefse House

Wer Camrose besucht und Lust auf ein gutes Mittagessen oder einen Snack zwischendurch hat, sollte einen Abstecher ins The Lefse House einplanen. In Anlehnung an das skandinavische Erbe der Region rund um Camrose findet man auf der Speisekarte des Lefse House die typischen schwedischen Fleischbällchen, Räucherlachs mit Roggenbrot, Palt (herzhafte Kartoffelklöße mit Bacon und Butter), norwegische Nachos (mit knusprigen Fladenbrot-Chips) und natürlich Lefse.

Die kleinen, runden Fladenbrote aus weichem Kartoffelteig gibt es mit verschiedenen Füllungen wie Hühnchen, Rindfleisch oder Eiersalat. Alternativ kann man sie auch in Rohform erwerben und zu Hause selbst füllen. Zusammen mit Eiersalat und Salsa-Dip sind Lefse eine absolute Köstlichkeit – und machen satter, als man denkt.

Also aufpassen, dass am Ende noch Platz fürs Dessert bleibt, denn von den hausgemachten Gebäckspezialitäten wie SandbakklesKrumkakeFattigmann oder Kringles sollte man unbedingt kosten. Da den Besitzern vermutlich bewusst war, dass die Auswahl bei solch einem Angebot schwer fällt, kann man praktischerweise einen Teller mit zwölf verschiedenen Sorten bestellen (für den es sich allerdings lohnt, Unterstützung mitzubringen).

Alle Gebäck- und Brotsorten sind auch zum Mitnehmen erhältlich – und lassen Sie sich gleich noch ein paar Ingwerplätzchen einpacken, denn hier gibt es die besten, die ich je gegessen habe.

The Metal Kettle

Unter der Woche versorgt das Team des Metal Kettle im Gewerbegebiet am Rand der Stadt die hungrigen Mitarbeiter aus den umliegenden Firmen mit seinem Frühstücks- und Mittagsangebot. Das Essen ist warm, einfach und wird mit viel Liebe von Karry Sikstrom und ihrer Mutter Arlene Gibbs zubereitet, die viele Jahre als Köchin in Camps arbeitete und daher genau weiß, was dem Magen (und der Seele) nach einem langen, harten Arbeitstag gut tut.

Zu den üppig belegten Sandwiches – wahlweise mit Schinken und Käse, gegrilltem Käse, klassisch und allseits beliebt mit Essiggurken und Bacon und vielem mehr – gibt es cremige Pilzsuppe oder deftiges Chili. Ein echter Renner sind die saftigen, weichen „Cinnamon Buns“ mit feiner Glasur, die schneller weg sind, als man Zimtschnecke sagen kann. Wir haben uns übrigens vorsorglich einige Exemplare beiseitelegen lassen, um Enttäuschungen zu vermeiden.

Die Einrichtung ist einfach und gemütlich, die Preisgestaltung angemessen und die Atmosphäre so warm und wohltuend wie die hausgemachte Essiggurkensuppe.

An Werktagen kann man das Mittagsangebot des Metal Kettle außerdem an einem zweiten Standort in Camrose genießen: dem Bailey Theatre direkt im Stadtzentrum. Von 11:00 bis 14:00 Uhr übernimmt das Team die kulinarische Versorgung im Bailey Bistro und verwöhnt auch die Geschäftsleute und Arbeiter in Downtown mit Suppen, Sandwiches und ausgewählten Desserts und Süßwaren. Wenn Sie schon einmal in der Gegend sind, können Sie auch gleich einen Blick auf Albertas ältestes Theater für darstellende Künste werfen, das bereits 1911 erbaut und 2011 umfassend restauriert und modernisiert wurde.

Stockmen’s Chophouse

Im westlichen Teil von Camrose, direkt am Highway 13, zeigt Stockmen’s Chophouse, was Zentral-Alberta in Sachen Fleischgenuss zu bieten hat – serviert mit einem Hauch von edlem Großstadtambiente. Hier dreht sich alles um Steaks und Co: Auf der Speisekarte finden sich Burger mit von Hand durchgedrehter, frischer Rinderbrust, Steaks von zertifizierten Angusrindern, Wildschweinkoteletts, Rib-Eye-Steaks vom Bison und geschmorte Lammschenkel. Auch das Angebot an Fisch und Meeresfrüchten kann sich sehen lassen, mit Kohlenfisch an Salbei und brauner Butter, Muscheln von Prince Edward Island oder pazifischem Wildlachs. Obwohl dank einiger fleischfreier Gerichte auch Vegetarier nicht verhungern müssen, sei gesagt: Stockmen’s Chophouse ist und bleibt ein Paradies für echte Fleischfans.

Gekocht wird vor allem mit einheimischen Erzeugnissen, darauf legt Chefkoch und Besitzer Jesse Chambers, der selbst aus der Gegend stammt, großen Wert. Seine Kreationen sind deftig, kreativ und ein echtes Geschmackserlebnis: So wird das Bison beispielsweise an einem Saskatoon-Chutney serviert und das Grillhähnchen verbringt 24 Stunden in einer Salzlake, bevor es mit einer Bourbon-Senf-Kruste in den Ofen kommt.

Nicht zu vergessen natürlich die exzellenten Steaks, über offener Flamme auf Hickoryholz gegrillt, einfach gewürzt und angerichtet mit Knoblauch-Estragon-Butter oder Chimichurri – oder doch lieber ein Burger mit frisch durchgedrehtem Rindfleisch? Die Versuchung ist groß, aber mein Favorit sind am Ende die Schweinerippen, eingerieben und geschmort mit einer hauseigenen Gewürzmischung und anschließend in einer einzigartigen Barbecue-Sauce gebacken. Auf meinem Teller sieht es aus wie auf einem Schlachtfeld, aber mein Gaumen schwebt im siebten Himmel.

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