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GEHEN SIE IM JASPER NATIONAL PARK AUF WELTRAUMEXPEDITION

Autor: Jane Marshall

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Wenn Sie das Tor zum Jasper National Park durchqueren, befinden Sie sich von einem Meter auf den nächsten in einem doppelt schützenswerten Gebiet. Denn hier steht nicht nur die Landschaft unter Schutz, sondern auch der Himmel. 11.000 Quadratkilometer Himmel, um genau zu sein.

Visionären Weltraumpionieren wie dem Astronomen Peter McMahon, Leiter des Jasper Planetarium, ist es zu verdanken, dass der Park heute frei von Lichtverschmutzung ist. Er war der Erste, der vorschlug, den dunklen Nachthimmel in Kanadas beliebtesten Nationalparks zu schützen und auf diese Weise Besuchern die Möglichkeit zu geben, die Sterne am Firmament zu beobachten und gleichzeitig mehr über das Universum zu erfahren. In enger Zusammenarbeit mit Parks Canada setzte er sich dafür ein, dass der Jasper National Park von der Royal Astronomical Society of Canada offiziell als Nachthimmel-Schutzgebiet anerkannt wird – mit Erfolg. 2011 wurde der Park in die Liste der „Dark Sky Preserves“ aufgenommen. Was ihn jedoch von allen anderen Schutzgebieten unterscheidet, ist, dass in seiner Mitte eine kleine Ortschaft liegt. Nach einem guten Abendessen in einer von Jaspers gemütlichen Unterkünften braucht es also nur eine kurze Fahrtzeit von wenigen Minuten und schon ist man von völliger Dunkelheit umgeben.

Auch die Einwohner von Jasper leisten ihren Beitrag, um diesen Status zu erhalten, indem sie zum Beispiel Lampen verwenden, die nicht nach oben abstrahlen und deren Licht einen wärmeren Farbton aufweist. Die Beleuchtung im Ort wurde allgemein auf ein Minimum reduziert – mit dem Ergebnis, dass man die Milchstraße sogar im Ort klar und deutlich erkennen kann, so Rogier Gruys von Parks Canada.

Jasper Planetarium

Peters Ziel war es, einen Ort für Weltraumfans zu schaffen, an dem sie Neues lernen und sich austauschen können. Also investierte er gemeinsam mit drei Geschäftspartnern aus der Region (Scott Eady von Jasper Raft Tours sowie Shayne Brooking und Paul Hardy von SunDog Tours) in eine sechs Meter breite, aufblasbare Kuppel, einen Projektionsapparat und interaktive Technologien, um die Besucher des Nationalparks dem Himmel über Jasper ein Stückchen näher zu bringen. Und das Beste daran: Der Planetariumsbesuch ist wetterunabhängig und somit das ganze Jahr über möglich.

Ich fuhr im Oktober nach Jasper, um mir das Planetarium aus nächster Nähe anzusehen. Zu dieser Zeit war es in der Marmot Lodge stationiert – während die aufblasbare Kuppel in den wärmeren Monaten direkt im Freien aufgebaut wird, zieht sie in den kälteren Monaten nach drinnen. Man kann sich das Ganze in etwa wie eine komplett umhüllte Hüpfburg vorstellen.

Nachdem Peter uns begrüßt hatte, öffnete er die Kuppel mit einem Reißverschluss und ließ uns in kleinen Gruppen eintreten, damit die Luft weiterhin gleichmäßig verteilt wurde. Wir schlüpften also durch die Reißverschlussöffnung, ließen uns in kreisförmig aufgestellten Klappstühlen nieder, lehnten uns zurück und blickten nach oben. Ein bisschen wie bei einem Lagerfeuer – nur dass sich statt Flammen Peter in unserer Mitte befand, um uns von Jasper aus an den Rand des Universums zu führen.

Sternenbeobachtung für Anfänger

Während er uns fotorealistische Bilder von Planeten und Sternenkonstellationen zeigte, die mit einem Projektor an die Decke geworfen wurden, übernahmen wir die Rolle von neugierigen Schülern – Fragen stellen ausdrücklich erwünscht. Über uns erstrahlte der Nachthimmel des Nationalparks mit mehr als 6.000 sichtbaren Sternen und wir erfuhren unter anderem, wie die First Nations einige der Sternbilder nannten (zum Beispiel „Bär“ für die Corona Borealis und „Kanu“ für den Oriongürtel und Polarstern). Außerdem zeigte uns Peter Fotos von Jasper vor und nach der Ernennung zum Nachthimmel-Schutzgebiet. Ein erstaunlicher Unterschied!

Der Besuch im Planetarium ist interaktiv und eng mit der Region verbunden. Man lernt zum Beispiel den richtigen Umgang mit Kompass und Sextant, um die Position des Parks auf der Erde zu ermitteln. Durch die Fragen der Zuhörer kann Peter die Tour individuell an sein Publikum anpassen, während er mit den Geräten und Technologien verschiedene Konstellationen am Nachthimmel erforscht, beispielsweise vom Pyramid Lake, vom Columbia Icefield oder vom höchsten Punkt der

SkyTram aus betrachtet. Alles, was wir sehen, ist genau auf uns zugeschnitten, es gibt für jede Tour individuelle Optionen. Peter ließ uns sogar einen Blick auf das werfen, was die Menschen jenseits unserer Galaxie zu finden glauben.

Seine Lieblingssternenkonstellation? Orion – weil es darin einfach jede Menge fantastische Dinge wie Nebel und Sternhaufen zu beobachten gibt. Außerdem bringt Orion den Nachthimmel noch mehr zum Strahlen, denn der Stern Alnilam in seinem Gürtel leuchtet unglaubliche 375.000-mal heller als die Sonne.

Die Qual der Wahl

Sie möchten noch mehr Sternenzauber erleben? Nach dem Planetariumsbesuch können Sie mit SunDog Tours und Astronomen aus der Region zur Sternenbeobachtung aufbrechen. Bei den angebotenen Wild Nights Tours geht es raus in die Natur, wo schon die Teleskope auf Sie warten. Eine weitere Möglichkeit, um dem Nachthimmel näher zu kommen, bietet die Fahrt mit der SkyTram, die Sie für eine „Star Session“ 1.000 Meter den Whistlers Mountain hinaufbringt. Oben angekommen genießen Sie einen fantastischen Blick auf die umliegenden Gipfel und den Himmel über Ihnen – und wenn Sie möchten, sogar ein köstliches Dinner. Danach stehen Ihnen Mitarbeiter des Planetariums mit Rat und Tat – und Teleskopen – zur Seite.

Wissenswertes aus dem Weltall

Das habe ich im Jasper Planetarium gelernt:

  • Unser Sternensystem umfasst 300 Milliarden Sterne
  • Saturn hat 62 Monde und seine Ringe bestehen aus Eis
  • Die Polarlichter können in einem satten Rotton leuchten, der äußerst selten zu sehen ist
  • In Jasper gibt es die größten und leistungsstärksten Teleskope in den Kanadischen Rocky Mountains
Beliebte Aktivitäten
  • Polarlichtbeobachtung
  • Sightseeing-Touren
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