Diese Lodge im Hinterland von Banff könnte der behaglichste Ort im ganzen Winter sein

Tom Babin

Travel Alberta

Sep 18, 2019 - Lesedauer: 3 Minuten

Manchmal lässt sich die Stimme in deinem Kopf nicht zum Schweigen bringen. Zum Beispiel dann, wenn du eine Skitour über einen zugefrorenen See machst, dich auf eine schneebedeckte Route namens „Deception Pass“ zubewegst und jemand dir zuruft: „Keine Angst. Es ist nicht wo weit, wie es aussieht.“ Wenn das wahr wäre, meldet sich die kleine Stimme, würde der Pass doch wohl kaum „Deception Pass“ – Pass der Täuschung – heißen?

Aber manchmal irrt diese kleine Stimme auch. Wie in diesem Fall. Es war nicht wo weit, wie es aussah. Und es gab sogar noch einen Bonus obendrauf. Der Deception Pass ist nämlich der höchste Punkt auf dem Weg zur Skoki Lodge im Banff National Park. Das bedeutet, dass es nur noch bergab geht, sobald ihr den Pass erreicht habt. Unsere Gruppe nahm sich einen Moment Zeit, um Atem zu schöpfen, den Blick zu genießen und unsere Skier für den schönsten Teil des Tages einzustellen. Und dann gab es sogar noch eine kleine Bonus-Motivation. „Dann wollen wir mal“, sagte unser Guide. „Und denkt an die leckere Fleischplatte!

Iedereen die ooit Skoki Lodge heeft bezocht, noemt altijd het geweldige eten. En daarover valt niet te twisten. Fotograaf/Skoki Lodge

Skoki Lodge

Als Belohnung gibt es das legendäre Essen

Die Verpflegung ist im kargen Hinterland der Kanadischen Rockies mitten im Winter ein unerwarteter Motivator, aber sie stellt einen merkwürdigen Aspekt der Skoki Lodge heraus: Trotz ihrer Lage in einer Landschaft, die so schön ist, dass einem die Tränen kommen, der Kargheit der Lodge und ihrer Geschichte als wichtiges Bindeglied in der Entwicklung der Skikultur in Kanada schwärmen die Gäste nämlich in erster Linie von dem Essen, in dessen Genuss sie dort gekommen sind. Wenn ein Einheimischer hört, dass ihr eine Tour dorthin plant, reagiert er in etwa so: „Ihr wollt zur Skoki Lodge? Oh mein Gott, das Essen ist einfach ein Gedicht.

Und das ist es in der Tat. Zudem wirkt es wunderbar motivierend auf der 12 Kilometer langen Strecke, die man hinter sich bringen muss, um die Lodge vom Lake Louise Ski Resort zu erreichen, denn im Winter geht das nur auf Skiern oder Schneeschuhen. Eine gewisse körperliche Fitness ist also unbedingt erforderlich. Und wenn ihr euren Tag richtig plant, kommt ihr pünktlich zum Nachmittagstee an. Für unsere Gruppe bedeutete das, in die rustikale Lodge zu stapfen, herzlich von den anderen Gästen begrüßt zu werden, uns schnell aus den äußeren Klamotten zu schälen und sofort vor einem dampfenden Suppenteller und der versprochenen Fleischplatte niederzulassen. Danach war erstmal nur ekstatisches Stöhnen zu hören.

Wie eine dringend benötigte warme Umarmung im Winter

Und hier kurz die Fakten über die Skoki Lodge: Sie ist eine National Historic Site im Banff National Park. Sie wurde 1931 als Unterkunft für Skifahrer eröffnet, als diese Sportart in Kanada aufkam. Sie ist eine Blockhütte und hat sich seitdem nur wenig verändert. 1936 wurde sie um einen Anbau erweitert. Der Duke of Cambridge und die Duchess of Cambridge (Prinz William und Kate Middleton) verbrachten hier ihre Flitterwochen. Sie ist nicht an das Versorgungsnetz angeschlossen: Kein Strom. Kein fließendes Wasser. Kein WLAN.

Und was die Fakten euch nicht verraten: Sie könnte der behaglichste Ort sein, den ihr je erleben werdet, außer ihr seid ein Fötus. Sie ist von schneebedeckten Bergen und zugefrorenen Seen umgeben und dennoch herzerwärmend – dank Holzöfen, gastfreundlichem Personal und einem Gemeinschaftsraum voller Bücher, Decken und Brettspiele. Und die Düfte, die aus der Küche kommen, sind wie eine warme Umarmung.


Am Abend herrscht in der Skoki Lodge eine geradezu magische Stimmung. Travel Alberta/Banff & Lake Louise Tourism

Wenn es Abend wird, ist die Welt in Ordnung

Tagsüber begeben sich einige nach draußen, um die Routen in der Nähe zu erkunden. Manche bevorzugen Langlaufskier. Andere machen eine Skitour, um den unberührten Pulverschnee auf den nahe gelegenen Pisten zu genießen. Wieder andere sitzen in Hausschuhen in der Hütte, spielen Bridge und warten auf die nächste Mahlzeit.

Für viele ist der Abend das Highlight des Tages. Es wird früh dunkel, und die Kerzen und Lampen werden angezündet und auf den Gemeinschaftstisch gestellt, während sich alle zur letzten Mahlzeit des Tages versammeln. Drinnen, wo es nach einem Tag im Freien an der frischen Bergluft warm und gemütlich ist, munden Essen und Wein besonders gut. 

Und genau dann meldet sich vielleicht wieder diese nicht tot zu kriegende Stimme in deinem Kopf, aber diesmal mit einer anderen Botschaft. „Das hier“, könnte sie sagen, „ist einfach nur in Ordnung.