Bar U Ranch

Die fünf besten Zwischenstopps für Burger und Bier auf dem Cowboy Trail in Alberta

Lisa Monforton

Travel Alberta

Apr 09, 2019 - 5 Minuten

Dank seiner Geschichte und seines Erbes ist der Cowboy Trail in Alberta auch heute noch sagenumwoben. Gleichzeitig ist er aber natürlich auch eine wunderschöne Strecke für einen Roadtrip mit Blick auf die östliche Seite der Kanadischen Rockies. Und bekanntlich kann so ein Roadtrip äußerst hungrig machen. Daher haben wir eine Liste der besten Läden auf dem Highway 22 (leicht erkennbar durch seine schwarzgelben Verkehrszeichen) für euch zusammengestellt, in denen Rindfleisch und Gerstensaft eine sehr leckere Partnerschaft eingehen. 

Hier sind die fünf besten Läden für euer Navigationssystem. Und natürlich erwarten euch entlang des Weges auch so manche interessante und skurrile Einheimische.

Bar U Ranch

Travel Alberta | Colin Way

Bar U Ranch, Longview

Die kulinarischen Traditionen der Cowboys sind nicht zu verachten. Auf der legendären Bar U Ranch könnt ihr euch die Bäuche vollschlagen und bekommt als Beilage noch einen Einblick in die Traditionen der Viehzucht in dieser Gegend. Rind- und Bisonfleisch gehörten schon immer zu den Grundnahrungsmitteln der Rancher – und die Speisekarte im Restaurant der Bar U Ranch hält sich an diese Gepflogenheiten.

Ihr solltet also unbedingt die Fleischspezialitäten probieren: Chili con Carne, Burger und Roastbeef. Setzt ihr eher auf fleischlose Kost? Auch da gibt es eine große Auswahl. Die durch die herzhafte Kost gewonnene zusätzliche Energie könnt ihr dann dafür nutzen, ein Kalb mit dem Lasso einzufangen (keine Angst – es ist nicht echt). Oder ihr hört euch bei einem heißen Kaffee am Lagerfeuer die spannenden Geschichten über die beinharten Cowboys aus Albertas Vergangenheit an.

Zur Info: Hier wird kein Bier angeboten, doch dafür wird hier die Gerste für Albertas erste Whiskey-Brennerei (Eau Claire) angebaut, die nur 30 Fahrminuten nördlich im Turner Valley liegt. Ein weiterer unverzichtbarer Zwischenstopp auf dem Cowboy Trail.


Twin Cities Hotel and Saloon

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Twin Cities Hotel and Saloon, Longview

Auch wenn auf dem Parkplatz vor dem Twin Cities Hotel ein solcher Eindruck entstehen könnte – ihr benötigt kein Motorrad, um hier eine Pause einzulegen. Wir versprechen euch, dass das hier ist keine wilde Biker-Bar ist. Aber es gibt da so einige Geschichten aus der Vergangenheit. Das historische Hotel Longview öffnete in den Tagen des Öl- und Erdgas-Booms in den frühen 1930er Jahren seine Türen und befindet sich seitdem in privatem, einheimischem Besitz. (Das erklärt auch den hölzernen Bohrturm vor der Tür). Seit jeher kann man sich hier entspannen und seinen Cowboy-Hut oder Motorradhelm ablegen. 

Doch woher stammt der Name Twin Cities? Longview, das einst Little New York genannt wurde, und die Nachbargemeinde Little Chicago wurden zu den Ranches, die ihr heute von der Straße aus sehen könnt. Die Gäste, eine freundliche Mischung aus Einheimischen und Besuchern, sind so vielschichtig wie die Speisekarte. Der Little New York Beef Burger ist eine köstliche, wenn auch etwas wackelige Angelegenheit. Auf der Karte finden sich auch jede Menge vegetarische Optionen. Und so wie das Öl tief unten in der Erde fließt auch das einheimische Bier durch die Zapfhähne der Bar. 

The Westwood, Black Diamond 

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The Westwood, Black Diamond

The Westwood war als Food-Truck so erfolgreich, dass daraus einfach ein „echtes“ Restaurant entstehen musste, welches sich jetzt auf der anderen Straßenseite gegenüber des alten Parkplatzes befindet. Die australische Besitzerin Erin Kendrick hat ungezwungene Küche zu einer kreativen und leckeren Kunstform gemacht. Das beste Beispiel dafür ist der Mushy Burger – eine herzhafte Erfindung mit Pilzen aus der Umgebung. 

Man erkennt einen bei Einheimischen beliebten Laden daran, dass die Terrasse an einem Montagmittag restlos gefüllt ist. Dieselben Einheimischen trifft man dann an den Abenden wieder, an denen Erin ein paar Mal im Monat Live-Musik veranstaltet. Es kann aber auch sein, dass der frische Kaffee und die leckeren Backwaren die Gäste zur Wiederkehr bewegen. Alle Produkte werden so lokal wie möglich eingekauft – außer der unfassbar leckeren frittierten Avocado, die sich wie auf magische Weise als Beilage zu dem Bison-, Rind oder Lamm-Burger anbietet. Die Bierauswahl wechselt häufig, jedoch findet man immer einheimische Spezialitäten wie das Burmis Tree, das von Six Corners Brew Works in Okotoks gebraut wird – nur ein kurzes Stück den Highway herunter.

Hard Knox tap room, Black Diamond

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Der Tap Room in der Hard Knox Brewery, Black Diamond

Egal wie das Leben so spielt, bei einem kühlen Hellen sieht die Welt wieder ganz anders aus So oder so ähnlich könnte das Motto von Pam Lyken klingen, die gemeinsam mit ihrem Bruder für den Erfolg der Hard Knox Brewery in Black Diamond verantwortlich ist. Da sie aus der Gegend stammen, wollten die beiden den hart schuftenden Minenarbeitern und Ranchern in Albertas Süden ein Denkmal setzen. (Wenn ihr vor Ort seid, lasst euch auf keinen Fall einen Blick auf die Zapfhähne entgehen, die aus Metall in der Form von Bergarbeitern gefertigt sind.) Der Name der Brauerei ist außerdem ein Wink an den Braumeister Isaac Privett, der aus Knoxville, Tennessee, stammt. Seine Frau und ihn hat es jedoch nach Black Diamond verschlagen. 

Wir empfehlen euch das Dusty Trail, ein trockenes, hopfiges American IPA, oder das Grunt Work, ein malziges Bier im Wiener Stil. Vergesst nicht, auf die Minenarbeiter und Rancher anzustoßen, deren Bilder aus längst vergangenen Zeiten die Wände des Tap Rooms verzieren.  

Im Hard Knox gibt es nur eine kleine Auswahl an Speisen – salzige Snacks wie Brezeln, Hotdogs und Biernüsse – die jedoch perfekt zu den angebotenen Biersorten passen. Ihr könnt aber auch bei Restaurants in der Gegend bestellen oder euer eigenes Essen mitbringen. Die Betreiber wünschen sich nur, dass ihr euch entspannt und die Früchte ihrer harten Arbeit genießt.

Half Hitch Brewing, Cochrane

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Half Hitch Brewing, Cochrane

"Hätte dieser Laden schon vor einem Jahrhundert existiert, dann hättet ihr wahrscheinlich eure Pferde davor angebunden und wärt hineinspaziert. Heute müsst ihr zum Glück nur noch in euer Auto steigen und auf dem Parkplatz anhalten oder von Cochranes Hauptstraße herüberlaufen. Das Half Hitch, das wie eine verwitterte Scheune mit Metalldach aussieht und damit auf die allgegenwärtigen Wurzeln der Viehzucht verweist, wird seit mehreren Generationen von derselben Familie betrieben.

Am besten lässt es sich an der hufeisenförmigen Bar entspannen, an der zwölf lokal gebraute Biere angeboten werden. Die Hälfte davon stammt meistens von Half Hitch selbst, die andere Hälfte von weiteren Brauereien aus Alberta. Das ist ein Zeichen dafür, wie die Familie auf ihre ganz eigene Weise die Gemeinschaft und die eigene Provinz stärken möchte. Falls ihr euch mit Bier nicht so gut auskennt – kein Problem. Wählt eure Kaltgetränke einfach anhand der lustigen Namen aus. Da wären zum Beispiel Papa Bear, Shotgun Wedding und Farmer’s Daughter, zu denen es jeweils sehr interessante und bemerkenswerte Geschichten gibt.  

Auf der Speisekarte stehen viele Klassiker, die man bei einem sonntäglichen Grillfest wiederfinden würde, wobei viele davon in Zusammenarbeit mit den Nachbarn entstanden sind. Zum Beispiel der Community Collaboration Burger, bei dem zwei Dollar jeder Bestellung an eine Wohltätigkeitsorganisation vor Ort gehen.  

Dieser Ansatz unterstützt nicht nur die Menschen in der Gegend, er macht auch wirklich Spaß.