Vier Möglichkeiten, um in Alberta auf unterhaltsame Weise etwas über die Kultur der Ureinwohner zu lernen

Zoey Duncan

Travel Alberta

Mar 18, 2019 - 4 Minuten

Es gab einmal eine Zeit, zu der die Flüsse die Autobahnen Albertas und das Kanu das bevorzugte Fortbewegungsmittel waren. Damals, im 18. und 19. Jahrhundert, zogen die Voyageurs auf diese Weise von Ort zu Ort und übernahmen damit die Transportmethoden, die Ureinwohner seit Jahrhunderten genutzt hatten, für einen ganz besonderen Zweck: um Biberpelze aus Alberta nach Europa zu schaffen, wo Filzhüte gerade in Mode waren. Dieser Handel war eine wichtige Entwicklung in der Geschichte Kanadas (und hat uns den bescheidenen Biber als Nationalsymbol beschert), und er wäre nicht möglich gewesen ohne die Ureinwohner Albertas, die wussten, wo man am besten Fallen aufstellt, und das Volk der Métis, die eine Brücke zwischen den europäischen und indigenen Kulturen schlugen.

Die Métis sind eine Bevölkerungsgruppe, die ihre Ursprünge bis zu den frühen Europäern zurückverfolgen kann, die Familien mit indigenen Frauen gründeten. Als sich der Pelzhandel nach Nordwest-Alberta ausbreitete, gründeten viele Métis feste Heimstätten in der Nähe derselben Flüsse, auf denen sie hergekommen waren. Nun ist dieses Gebiet bereit, einen Teil dieser Geschichte zu offenbaren. 

Smoky Lake

Metis Crossing

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Victoria Trail Voyageur Experience

Meint ihr, ihr könnt mit 40 Schlägen pro Minute in einem Kanu paddeln, wie die Voyageurs auf dem North Saskatchewan River? Hier könnt ihr es einmal ausprobieren – auf einer Zeitreise zu zwei historischen Stätten in Alberta, verbunden durch einen Kanutrip. 

Zunächst geht es nach M�tis Crossing, wo ihr die Métis-Kultur etwa zur Zeit der 1880er Jahre kennenlernt. Unter den wachsamen Augen eurer kostümierten Kulturinterpreten tanzt ihr einen Red River Jig, stellt eine Biberfalle auf, seht euch das Zelt eines Trappers an, probiert getrocknetes Bisonfleisch und verewigt euch auf einer Unendlichkeitsschärpe der Métis. 

Anschließend übernimmt euer Guide von Haskin Canoe auf dem Fluss das Kommando (aber er freut sich über etwas Unterstützung beim Paddeln). Hier bekommt ihr vielleicht einen Biber oder zumindest einen Biberbau zu sehen und lernt vielleicht auch ein französisches Voyageur-Lied. 

Euer Ziel ist Victoria Settlement, wo ihr aus dem Kanu aussteigt und herausfindet, wie es für Europäer und Métis war, in den 1890er Jahren für die Hudson’s Bay Company in Fort Victoria zu arbeiten, in ihrer Nähe zu wohnen oder mit ihr Handel zu treiben. Eure Gastgeber sind in handgefertigte Kostüme gekleidet, die direkt aus den Seiten eines Eaton-Kaufhauskatalogs aus dem 19. Jahrhunderts stammen. Sie bringen euch bei, wie europäische Voyageurs und Métis 40 Kilogramm schwere Pelzbündel an einem Riemen um die Stirn trugen, und führen euch durch Originalgebäude wie die 1864 erbaute Unterkunft für die Schreiber und die 1906 errichtete Methodistenkirche. Dabei erfahrt ihr einige interessante Fakten, zum Beispiel dass Pelzhandelsgesellschaften vorzugsweise Voyageurs anheuerten, die nicht schwimmen konnten, da sie auf dem Fluss zu weniger riskanten Manövern neigten, die zur Beschädigung der Waren führen konnten. Oder welche zwei Voyageurs die einzigen waren, die fünf dieser 40-Kilogramm-Bündel auf einmal schleppen konnten.

Smoky Lake

Smoky Lake

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Métis Crossing

"Métis Crossing liegt am Fluss an einem Ort, an dem sich die Métis in den 1880er Jahren niedergelassen hatten. Die schmalen Grundstücke in Flussnähe sollten jeder Familie den Zugang zum Fluss ermöglichen und gleichzeitig Platz für einen Garten und ein Haus haben, etwas Weide- und Farmland sowie einen bewaldeten Bereich für Feuerholz und Baumaterial. 

Métis Crossing könnt ihr auch besichtigen, ohne die Victoria Trail Voyageur Experience zu buchen. Ihr könnt einfach so vorbeikommen, um euch ein renoviertes Originalhaus von 1885 anzusehen, Tee aus Zutaten zu kosten, die in der Umgebung gesammelt wurden, einen Webstuhl auszuprobieren und euch Geschichten von den Menschen anzuhören, die hier lebten. Ihr könnt auch eine oder zwei Nächte in einem Trapperzelt am Fluss verbringen, einer Rekonstruktion der mobilen Heime, in denen Pelzfallensteller schliefen, mit überraschend bequemen Betten!"

Smoky Lake

Lac La Biche Canadian Native Friendship Centre

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Luxus-Camping mit Kultur

Oder zieht es euch auf die Inseln? Sir Winston Churchill Provincial Park ist eine Insel, auf der man zelten kann. Eine der Optionen ist ein komfortables Tipi mit Holzfußboden, echten Betten sowie privater Küche und eigenem Badezimmer in der Nähe. Ihr könnt sogar für diese Betten die typischen Hudson’s Bay Decken ausleihen, um so richtig ein Gefühl für die Ära des Pelzhandels zu bekommen. Die Luxus-Camping-Tipis wurden im Rahmen einer Partnerschaft zwischen Alberta Parks und dem Lac La Biche Canadian Native Friendship Centre errichtet. 

Dank des Friendship Centre gibt es im Amphitheater des Provinzparks ein regelmäßiges Kulturprogramm, das Kunsthandwerkskurse wie Perlenschmuck, Geschichtenerzähler, Tanzkurse für die Jigs der Métis und eine Einführung in Heilpflanzen umfasst. Außerdem lernt ihr, wie man Bannock Bread über dem Feuer backt. Bannock ist eine indigene Adaptierung eines zwiebackähnlichen Brots mit Backpulver, das auf schottische Rezepte zurückgeht. Einige dieser Kulturprogramme können direkt bei eurem Tipi über das Friendship Centre gebucht werden.

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Buckingham House & Fort George Interpretive Centre

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Fort George und Buckingham House

Gebt Fort George and Buckingham House in euer Navi ein, um den Ort zu finden, an dem 1792 im Abstand von nur sechs Monaten zwei rivalisierende Handelsposten eröffnet wurden: einer von der Hudson’s Bay Company und einer von der North West Company. 

Das Museum ist vollgepackt mit nachgebildeten Objekten, die den Einfluss verdeutlichen, den diese Forts und der Pelzhandel allgemein auf die Cree und andere indigene Völker in der Region ausgeübt haben. Außerdem werden Geschichten in Wort und Bild erzählt. Seht euch an, mit was die beiden Gesellschaften mit den indigenen Völkern der Region handelten: Tierpelze, Töpfe und Pfannen, Decken, Hilfsmittel zum Feueranzünden und mehr. Und wenn ihr gerade auf einem langen Roadtrip seid, vertretet euch auf einem Erkundungspfad ein bisschen die Beine in der Natur. Der Pfad führt etwa einen Kilometer weit durch den Birkenwald zu den Stellen, an denen damals die Forts standen.