Praktische Tipps fürs Winter-Camping in Alberta

Jennifer Allford

Travel Alberta

Mar 05, 2019 - Lesedauer: 4 Minuten

Winter-Camping ist der neueste Trend. Immer mehr Menschen zieht es auch in der kalten Jahreszeit ins Freie. Dabei hat man die Wahl, entweder dick eingemummelt im Zelt der Kälte zu trotzen oder es sich in einer Hütte gemütlich zu machen. Egal, ob ihr euch der Herausforderung stellt, ein Zelt mit Handschuhen aufzubauen, oder ob ihr lieber beim Glamping die Stiefel vor dem Kamin trocknen lassen wollt: Alberta hat für jeden das Richtige zu bieten. Also schnappt euch eure wärmsten Mützen, und vielleicht noch eine Axt, und nichts wie hinaus an die kalte, klare Luft!

Alpine Club of Canada

Der Alpine Club of Canada verfügt über Dutzende Hütten im Hinterland – perfekt für alle, die aufregende Abenteuer erleben möchten, bevor sie glücklich und zufrieden in die Federn kriechen.

Travel Alberta | Ryan Bray

Glamping (Glamour + Camping): Wenn ihr beim Winter-Camping nicht auf Kronleuchter und Parkettboden verzichten könnt, müsst ihr das auch nicht. Die Mount Engadine Lodge liegt nur eine Stunde von Canmore in Kananaskis entfernt und erwartet euch mit beheizten Zelten, die über ein Badezimmer, einen Gaskamin und eine Terrasse verfügen. Zur Lodge, wo herzhafte Gerichte und reichhaltige Brunch-Menüs serviert werden, sind es nur ein paar Schritte.

Hütten: Wenn ihr zwar auf einem eigenen Bad besteht, aber auch ein paar Nächte ohne Parkettboden zurechtkommt und zudem euer Frühstück selbst zubereiten könnt, empfehlen wir eine kleine H�tte am Ufer des Lac La Biche im Sir Winston Churchill Provincial Park nordöstlich von Edmonton. Reservierungen können telefonisch unter 780 623 8449 vorgenommen werden. 

Hütten im Hinterland:  Alpine Canada betreibt zahlreiche H�tten im Hinterland. Diese sind für Leute gedacht, die keine Scheu haben, stundenlang auf Ski oder Schneeschuhen durch die Landschaft zu ziehen, bevor sie dort ankommen. Bei einigen müsst ihr eure eigenen Lebensmittel mitnehmen, andere bieten Mahlzeiten an. Was sie alle gemeinsam haben: Sie sind extrem schnell ausgebucht. 

Zelt oder Wohnwagen: In Alberta gibt es Dutzende Parks mit Campingplätzen, die den ganzen Winter über geöffnet sind. Sucht einfach in den vielen Provinzparks oder Nationalparks von Alberta nach Orten zum Winter-Camping. Beachtet bitte, dass ihr im Winter zwar wahrscheinlich weniger laute Nachbarn habt, euch allerdings auch weniger Annehmlichkeiten als im Sommer zur Verfügung stehen. Es kann zum Beispiel sein, dass ihr eigenes Feuerholz und Trinkwasser mitbringen müsst. Ihr solltet euch daher immer vorab telefonisch über die Anforderungen informieren.

Camp Cookhouse

Auch wenn euer Motto „Selbst ist der Mann/die Frau!“ lautet: Die Chance, im Camp Cookhouse & General Store in Cypress Hills zu essen, solltet ihr euch nicht entgehen lassen.

Travel Alberta | Chris Amat

Hier einige Vorschläge: 

  • Cypress Hills Provincial Park: Cypress Hills liegt an der Grenze zwischen Alberta und Saskatchewan. Besucher haben die Wahl zwischen den Campingplätzen in Elkwater oder Spruce Coulee oder abgelegeneren Orten wie Reesor Dock oder der Tom Trott Hut. Wenn euch der Sinn nach vier Wänden und einem Dach steht, ist eine kleine H�tte im Resort at Cypress Hills genau das Richtige. 
  • Dinosaur Provincial Park: Es ist zwar ein bisschen schwieriger, Fossilien zu finden, wenn alles mit Schnee bedeckt ist. Aber das Gefühl, dass sich unter dem Schlafsack uralte Echsen oder vogelähnliche Dinosaurier befinden könnten, macht diesen kleinen Nachteil mehr als wett. Der Park, eine UNESCO-Welterbestätte, verfügt über einen Campingplatz, der den ganzen Winter über geöffnet hat.
 

Camping in Jasper National Park

Beim Winter-Camping ist der Zwiebellook angesagt: So könnt ihr jederzeit Schichten ablegen, wenn euch warm wird. Und auch ein Lagerfeuer und heiße Schokolade halten die Kälte fern.

Parks Canada | Ryan Bray

Tipps vom Profi:

  • In Bewegung bleiben:  Im Sommer kann man stundenlang auf dem Campingplatz verweilen und sich mit Kartenspielen die Zeit vertreiben. Im Winter funktioniert das nicht so gut: Auch mit der wärmsten Pudelmütze auf dem Kopf ist die Anzahl der möglichen Mau-Mau-Partien begrenzt. Stattdessen solltet ihr aktiv werden. Neben den Mau-Mau-Karten und der Thermosflasche mit heißem Kakao dürfen in eurem Gepäck deswegen auch Ski, Schnee- oder Schlittschuhe nicht fehlen. So lässt sich die Winterlandschaft optimal erkunden und kalte Füße haben keine Chance.
  • Zwiebellook: Generell gilt: Begrenzt die Baumwolle auf die Unterwäsche und tragt darüber jede Menge Schichten aus synthetischen Materialien. Diese Regel ist nur dann zu vernachlässigen, wenn ihr am Lagerfeuer sitzt und voller Inbrunst einen Hit nach dem anderem schmettert. In diesem Fall braucht ihr eine dicke Unterlage zum Sitzen und – ganz wichtig – eine äußere Kleidungsschicht aus schwer entflammbarer Wolle. Das kann ein dicker Pulli, ein Mantel oder eine kratzige Decke sein. Hauptsache, das Holz und die Herzen eurer Zuhörer sind die einzigen Dinge, die Feuer fangen.