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Die schönste Art, Albertas berühmte Eisblasen zu erleben

Michael Hingston

Travel Alberta

Jul 11, 2018 - Lesedauer: 4 Minuten

Abraham Lake

Tiffany Nguyen

Aus allen Winkeln der Erde reisen Besucher zu Dutzenden in diese majestätische, aber wenig erschlossene Ecke der Kanadischen Rockies. Nur wenige Hinweisschilder weisen den Weg, und im Umkreis von Kilometern gibt es nur eine einzige öffentliche Toilette. 

Sie alle wollen nur eines sehen: die Blasen.

Für sich betrachtet sind die Blasen weder einzigartig noch besonders spektakulär. Tatsächlich stellen die Millionen winzigen Methanblasen im Eis des Abraham Lake einfach ein natürliches Nebenprodukt des Zersetzungsprozesses organischer Stoffe dar, der auf dem Boden aller Seen abläuft. Es gibt sie hier, seit der See Anfang der 1970er Jahre beim Bau des nahen Bighorn Dam angelegt wurde.


Der Wind als „Fenster“-Polierer

Jahrzehntelang war der Abraham Lake ein streng gehütetes Geheimnis. Dann aber kamen mehrere virale Instagram-Posts, unter anderem vom Fotografen Paul Zizka aus Banff. 

Kurz darauf folgten begeisterte Beiträge von National Geographic, der New York Times und der Zeitschrift Smithsonian

„Auf einen Schlag riefen rund um die Uhr Leute an, um sich nach den Blasen zu erkundigen“, erinnert sich JP Fortin, Mitinhaber des Tourveranstalters Pursuit Adventures aus Red Deer. 

Inzwischen reisen Besucher aus Ländern von Japan bis Australien an, um auf dem gefrorenen Abraham Lake zu stehen, die Unterwassersinfonie aus Eis mit eigenen Augen zu sehen – und natürlich ein Selfie mit den Blasen zu machen.

Zu den Tagestouren in der Region gehören Schneeschuhwanderungen durch die Wälder und den Canyon. Auch den ein oder anderen Gletscher gibt es dabei zu sehen.

Mike Seehagel / Travel Alberta

Auf Schneeschuhen durch den Cline River Canyon

Wer nicht auf eigene Faust losziehen will, kann eine Tagestour von Pursuit Adventures buchen, um diesen Teil des reizvollen David Thompson Country näher zu erkunden.

Im Angebot sind unter anderem Schneeschuhwanderungen im Cline River Canyon. Die Strecke führt zunächst durch einen wunderschönen Wald, ehe der Weg plötzlich zum Canyon hin abfällt und ihr euch direkt vor zwei massiven Gletschern wiederfindet. 

Was euch zuerst auffällt, ist die Stille. Tatsächlich begegnet unsere kleine Gruppe den ganzen Vormittag über nur vier Eiskletterern, die versuchen, die 50 Meter hohen Eisfälle zu erklimmen, während wir neben ihnen am gefrorenen Flussufer unser hausgemachtes Mittagessen verspeisen. 

Dann stapfen wir weiter durch den Schnee. Unterhalten werden wir dabei mit Fakten und Anekdoten von JP Fortin, der es fertigbringt, selbst den größten logistischen Alptraum als „Herausforderung“ zu bezeichnen. 

Fontin, der ursprünglich aus Gaspé in der Provinz Quebec stammt, hat Pursuit Adventures 2010 gemeinsam mit seiner Frau Danielle gegründet, um Besuchern die weniger bekannten Naturwunder zwischen den touristischen Hotspots Jasper und Banff zu zeigen. 

Und ihre Anstrengungen zeigen Erfolg: In den letzten fünf Jahren ist daraus eine echte Vollzeitbeschäftigung geworden.

Rudelgucken

Nachdem wir uns ausgiebig mit Bagels und Hummus aus Red Deer gestärkt haben, verlassen wir auf unseren Schneeschuhen das Tal und kehren zurück zum Kleinbus. 

Nach wenigen Minuten Fahrt kommt der Abraham Lake in Sicht – und dazu eine bunte Ansammlung von Fahrzeugen, die scheinbar willkürlich am Straßenrand abgestellt sind. Gibt es irgendwo wilde Tiere zu sehen?

Fortin schüttelt wissend den Kopf: Die Leute wollen alle die Blasen sehen, so wie wir auch. 

Es ist durchaus möglich, den Abraham Lake auf eigene Faust besuchen. Das Eis ist teilweise 60 Zentimeter dick, sodass ihr keine Probleme haben werdet, die Blasen zu finden. Sie sind buchstäblich überall. 

Trotzdem ist es von Vorteil, jemanden wie Fortin dabei zu haben, der euch je nach Monat und Wetter die besten Plätze zeigt. Auch ist es beruhigend zu wissen, dass jemand für eure Sicherheit sorgt. Die Guides von Pursuit Adventures wissen nicht nur, wann ihr bedenkenlos das Eis betreten könnt, sondern statten euch auch mit Minispikes für eure Stiefel aus. 

Wenn ihr nur gekommen seid, um eure eigene Version eines bestimmten Instagram-Bilds zu schießen, kann Fortin euch genau sagen, welcher Gipfel im Hintergrund zu sehen ist.

Die Blasen im Abraham Lake erstrecken sich über zahlreiche Kilometer und wirken je nach Lichteinfall immer wieder neu und anders. Sarah Lyndsay @sarahlyndsayphotography

Abraham Lake

Sarah Lyndsay

Raum für Einsamkeit

Verglichen mit manch anderen Zielen in den Rocky Mountains geht es am Abraham Lake selbst bei Hochbetrieb noch sehr überschaubar zu. 

Vergesst bei eurem Rundgang aber nicht, hin und wieder den Kopf zu heben, denn der Mount Michener und die anderen nahen Gipfel sind kaum weniger beeindruckend als die gefrorenen Blasen. Inmitten von Albertas wunderschöner Natur kann man sich leicht einreden, ganz allein zu sein. 

Fortin zückt Thermoskannen mit heißer Schokolade und eine Tüte mit hausgemachten Graham-Crackern, die jetzt gerade recht kommen.

Sicherheitshinweis

Das Betreten gefrorener Seen ist nicht ungefährlich. Der Abraham Lake ist ein Stausee, sodass der Wasserstand unter dem Eis variieren kann, was die Einbruchgefahr noch erhöht.

Auf Nummer sicher geht ihr mit einem Guide.