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Der Tag, an dem Hobbybeobachter in Alberta eine neue Art von Polarlicht entdeckten

Travel Alberta

May 07, 2018 - Lesedauer: 3 Minuten

Wenn die Polarlichter den nächtlichen Himmel von Alberta einmal mehr in ein grünes Licht tauchen, ist gelegentlich ein violett-rosa schimmerndes Band zu beobachten, das sich von Osten nach Westen über den Himmel erstreckt. Als eine Gruppe von Polarlichtfans aus Alberta, allesamt leidenschaftliche Himmelsbeobachter, Hobbyfotografen und Abenteurer, es zum ersten Mal erblickte, beschrieben sie es als eine Art Polarlicht, das sie allerdings noch nie zuvor gesehen hatten. 

„Ich habe dieses violett-rosafarbene Band am Himmel entdeckt“, so Chris Ratzlaff, einer der Hobbyastronomen, gegenüber dem Nachrichtenportal Global News. „Es war ganz dünn und schmal. Zuerst hielt ich es für ein Flugzeug.“

Da keiner aus der Gruppe wusste, worum es sich handelte, gaben sie dem Streifen in Anlehnung an den Film „Ab durch die Hecke“ den Namen „Steve“.

Mittlerweile gilt Steve als ein wissenschaftliches Phänomen. Denn nach ihrer Entdeckung arbeiteten die Amateure mit einer Gruppe von Wissenschaftlern zusammen, die den leuchtenden Streifen als etwas Neuartiges identifizierten. Er stehe in Bezug zum Magnetfeld der Erde und sei, so ein Wissenschaftler, eventuell ein ganz besonderes Puzzleteil. Den Wissenschaftlern gelang es sogar, aus dem Spitznamen ein wissenschaftliches Akronym für die Herkunft des Phänomens abzuleiten: Strong Thermal Emission Velocity Enhancement (etwa: starke Geschwindigkeitserhöhung mit thermischer Abstrahlung). 

Als die neuen Erkenntnisse in der Zeitschrift Science Advances veröffentlicht wurden, verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer. Schon bald erschienen Publikationen aus der ganzen Welt, unter anderem von National Geographic, der NASA und Wired, in denen berichtet wurde, wie eine Gruppe von Hobbybeobachtern aus Alberta die Welt der Wissenschaft auf den Kopf gestellt hatte.

Steve war bereits zuvor in verschiedenen Teilen der Erde gesichtet worden, aber bislang hatte ihn niemand als einzigartig oder gar als wissenschaftlich bedeutsam wahrgenommen. Die meisten Himmelsbeobachter hatten ihn als Teil der berühmten Polarlichter abgetan oder ihn fälschlicherweise als Protonbogen bezeichnet – obwohl Steve, wie von National Geographic hervorgehoben, weitaus schmaler und deutlicher strukturiert sei.

Es war ein besonderer Moment für die Entdecker aus Alberta, die es bereits mit ihren beeindruckenden Fotos auf Instagram, Twitter und Facebook geschafft hatten, die Aufmerksamkeit auf den bezaubernden Nachthimmel Albertas zu lenken. Paul Zizka, der ebenfalls Mitglied der Community ist und auf Instagram bereits Berühmtheit für seine atemberaubenden Fotografien der Milchstraße im Banff National Park erlangt hat, wird nun sogar in einem neuen Dokumentarfilm (a new documentary film)vorgestellt. 

Bei ihren fortlaufenden Forschungsarbeiten rund um Steve werden sich die Wissenschaftler vermutlich noch das eine oder andere Mal an die Hobbyforscher aus Alberta und anderen Teilen der Welt wenden, um Steve beispielsweise in einem Netz von trigonometrischen Punkten zu erfassen oder seine Höhe zu bestimmen. 
Die Entdeckergruppe aus Alberta ist bereits wieder in ihrem Element und lockt mit ihren beindruckenden Naturfotografien Menschen aus der ganzen Welt nach Alberta, um sich den magischen Nachthimmel anzusehen.


Paul Zizka

Nachthimmel-Schutzgebiete

Wusstet ihr schon, dass es in Alberta sechs Nachthimmel-Schutzgebiete gibt? In diesen Gegenden wird die Lichtverschmutzung so gering wie möglich gehalten, um in der nächtlichen Dunkelheit besser den Himmel beobachten zu können. An diesen speziellen Orten könnt ihr also völlig ungestört die Sterne, die Polarlichter und natürlich Steve bewundern. Zu den Schutzgebieten zählen:

Waterton Lakes National Park
Jasper National Park
Cypress Hills Interprovincial Park
Elk Island National Park / Beaver Hills Dark Sky Preserve
Lakeland Provincial Park
Wood Buffalo National Park


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