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Die perfekten Lodges für gemütliche Stunden in den Rockies

ZOEY DUNCAN

Travel Alberta

Sep 26, 2017 - Lesedauer: 4 Minuten

Am liebsten ist Larkin O’Connor in den Bergen. Ein Handy hat er sich nur gekauft, um geschäftliche Telefonate erledigen zu können, während er sich in den Kanadischen Rocky Mountains herumtreibt. Bei ihm könnten wir uns gut vorstellen, dass sein Blut bereits mit Minusgraden durch seinen Körper pulsiert.

Neben seinen Abenteuern in den Bergen hat es sich Larkins zur Aufgabe gemacht, dem Gastgewerbe seiner Familie neue Impulse zu verleihen. Dabei will er aber auch den Blick für die alteingesessenen Traditionen der Provinz Alberta beibehalten.

Larkin betreibt mit seinem Familienunternehmen Canadian Rocky Mountain Resorts (CRMR) zwei der gemütlichsten Lodges in ganz Alberta. Hier wartet auf jeden eine Extradosis Bergleben – ob man auf einem Snowboard stehen kann oder nicht, ist dabei zweitrangig. Alberta fühlt sich immer noch wie ein Geheimtipp unter den Bergreisezielen an. Zusammen reichen die fantastische Umgebung, eine kuschelige Steppdecke, ein knisterndes Feuer im Kamin und eine herzhafte Mahlzeit schon aus, um dem Alltag für eine Weile zu entfliehen.


Unter einer dicken Schneeschicht liegt die Deer Lodge am Lake Louise im Banff National Park. In den 1920er-Jahren als Teehaus erbaut und in den Achtzigern zwischenzeitlich zum Punk-Rock-Konzertsaal umfunktioniert, wärmen sich Besucher heute in der gemütlichen Atmosphäre

Roth & Ramberg

Die Geschichte von Larkins Familie lässt sich bis zu den ersten Siedlern zurückverfolgen. Seine Eltern Pat und Connie O’Connor führen CRMR bereits seit den 80er-Jahren. Heute ist Larkin Entwicklungsmanager des Unternehmens und hat es sich zum Ziel erklärt, Besuchern die „märchenhafte Schönheit“ der Kanadischen Rocky Mountains näher zu bringen.

Larkin begeistert sich für die Kanadischen Rockies, seit er das erste Mal den Mount Fairview bestiegen hat. Während ihm seine Mutter als Kleinkind einmal die Windeln wechselte, machte er sich unbemerkt aus dem Staub und wäre fast eine Klippe heruntergestürzt. Einem glücklich platzierten Strauch sei Dank ist die Situation jedoch glimpflich ausgegangen. Schon im Alter von sechs Jahren fand er 20 Kilometer lange Familienwanderungen „ganz normal“. Wenn er nicht gerade die Schule schwänzte, um Skifahren zu lernen, half er seinen Eltern in der Deer Lodge und der Buffalo Mountain Lodge, die beide im Banff National Park liegen.


Dass er das Familienunternehmen eines Tages übernehmen würde, stand nicht von Anfang an fest. Im Alter von 18 Jahren war Larkin ein „Punk-Rock-Snowboarder“, für den die Kanadischen Rockies etwas Selbstverständliches darstellten. Erst als er Berge auf anderen Kontinenten bestieg, erkannte Larkin, dass der Banff National Park mehr war als bloß ein cooler Garten.


Die Familie von Larkin O’Connor, ganz rechts, leitet die Canadian Rocky Mountain Resorts. Dabei legt sie so viel Wert auf das „Farm-to-Table“-Prinzip, dass sie eine Farm gekauft hat, auf der Wapitihirsche, Büffel und Rinder gezüchtet werden. Was das bedeutet, liegt auf der Hand: Hier kann man es sich schmecken lassen

Roth & Ramberg

Auf meinen Reisen habe ich gelernt, wie einzigartig unsere Berge und unsere ganze Gegend sind

erklärt Larkin

„Bei uns findet man noch ein Stück unberührte Natur“. Larkins Herz schlägt für die Deer Lodge. In den 1920er-Jahren war die Hütte ein Teehaus für alle Unerschrockenen, die reitend zum Lake Louise gelangen wollten. In den Achtzigern spielten hier dann zahlreiche aufstrebende kanadische Bands bis spät in die Nacht vor johlendem Publikum.

Heute ist die Lodge ein charmantes und modernes Hotel, dessen Türen das ganze Jahr über geöffnet sind. Das historische Teehaus ist jetzt ein Restaurant, in dem die für CRMR typische „Rocky Mountain Cuisine“ angeboten wird. Stellt euch Folgendes vor: Unter der pelzigen Nase eines ausgestopften Karibus nippt ihr an einem leckeren Cocktail, während ihr euch die Wild- und Bisonwurstplatte schmecken lasst und dem Twitterverse von eurer ersten Schneeschuhtour berichtet.

Larkins Eltern waren schon Foodies, bevor das überhaupt ein Trend war. Pat O’Connor ist verrückt nach dem Geschmack reifer Tomaten, und für Connie ist Fast Food reinster Frevel. Für ihr „Farm-to-Table“-Motto lassen sie sich von regionalen Spezialitäten inspirieren; auf ihrer eigenen Farm züchten sie sogar Wapitihirsche, Bisons und Rinder.

Im Great Room der Deer Lodge befindet sich ein gemütlicher Kamin. Hier sitzt man direkt unter Randy, dem ausgestopften Büffel, der als Zuchtbulle ein schönes Leben auf der Ranch hatte.
Nach einer anstrengenden Langlauftour der ideale Ort, um richtig zu entspannen. Übrigens sagt Larkin, dass Langlauf der beste Einstieg für alle Skianfänger ist.

Ganz gleich, ob die Muskeln nach all der sportlichen Betätigung schmerzen oder nicht – der Whirlpool auf dem Dach des Gebäudes gehört zum Pflichtprogramm. Unweit der Deer Lodge erwartet Bergfans noch eine weitere Kuscheloase. Die historische Storm Mountain Lodge ist absolut bezaubernd. Jedes Häuschen verfügt über einen Kamin (Holz gibt es natürlich dazu) sowie eine antike Badewanne.


Die Familie von Larkin O’Connor, ganz rechts, leitet die Canadian Rocky Mountain Resorts. Dabei legt sie so viel Wert auf das „Farm-to-Table“-Prinzip, dass sie eine Farm gekauft hat, auf der Wapitihirsche, Büffel und Rinder gezüchtet werden. Was das bedeutet, liegt auf der Hand: Hier kann man es sich schmecken lassen

Roth & Ramberg

Da fällt es wohl kaum jemandem schwer, endlich abzuschalten und die Berge voll und ganz zu genießen, meint auch Assistant Manager Véronic Haché:

Unsere Hütten sind einfach und gemütlich. Theoretisch könnten wir per Satellit auch eine Internetverbindung anbieten, aber darauf verzichten wir bewusst. Es würde den Charme dieser Unterkunft schmälern, wenn hier jeder ständig online wäre.

Haché

Véronic empfiehlt Gästen, auszuschlafen und anschließend auf dem ausgeschilderten Pfad in der Nähe eine Schneeschuhwanderung zu unternehmen. Alternativ stehen auch speziell ausgerüstete Fatbikes bereit. Anschließend wärmt man sich bei einer Partie Cribbage und einem heißen Getränk auf, bevor einem im Speisesaal ein köstliches Abendessen serviert wird. Auf der Karte stehen ausschließlich kanadische Spezialitäten. Natürlich kann man auch jederzeit in den Ort fahren und hier in einer Bar am Fernseher mitfiebern, wenn Eishockeyspiele übertragen werden. Wie Véronic jedoch erklärt, sind selbst anfangs skeptische Gäste schnell davon begeistert, es sich einfach mal gut gehen zu lassen.

Und wer am liebsten gar nicht mehr nach Hause möchte, darf sich getröstet fühlen. Schließlich kann man sich von dem gemütlichen Gefühl auch etwas mitnehmen.

„Gemütlich kann es überall sein“, so Larkin. „Gemütlichkeit ist ein Gefühl. Und wenn man es richtig anstellt, kann man sich dieses Gefühl überall hin holen.“


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